Hören

Jede Orgel ist ein Unikat, das speziell für den Ort, an dem sie steht, gefertigt wurde und genau auf die Gegebenheiten dort abgestimmt ist. Orgelmusik ist ein Raumerlebnis. So richtig lässt sich die Auenorgel also nur in der Auenkirche genießen. 

Aber natürlich geht das nicht immer. Deshalb eröffnen wir hier die Gelegenheit, die Auenorgel ein Stück weit auch zu Hause oder unterwegs oder auch gleich hier hören zu können.

Vogel­gezwitscher im Orgel­kasten

Unter den Effekt­registern der Auenorgel gibt es eines, das Vogelgezwitscher imitiert: die sogenannte "Nachtigall". Technisch ist das eine kleine Orgelpfeife, die kopfüber in ein Gefäß mit Wasser getaucht ist. (Ja, wirklich – der Organist muss erst Wasser einfüllen, bevor er spielen kann!) Wenn nun Luft in die Pfeife strömt und diese zum Klingen bringt, setzt sie zugleich die Wasser­oberfläche in Bewegung. Diese Bewegung verändert permanent die Länge der in der Pfeife schwingenden Luft­säule; dadurch hört man nicht einen konstanten Ton, sondern in schneller Folge die verschiedensten Töne. Und das erinnert im Zusammen­klang an Vogel­gezwitscher.

Diese Art von "Nachtigall" ist seit dem frühen 16. Jahrhundert bekannt und war in Barock­orgeln sehr beliebt. Im 16. bis 18. Jahr­hundert wurden auch einige Musik­stücke komponiert, die Vogelstimmen aufgreifen oder imitieren. Dazu passte dann ein entsprechendes Effektregister an der Orgel wurderbar ...


Im Hörbeispiel vom Mai 2021 wird es bedient von Winfried Kleindopf.

Anonymus: "Englische Nachti­gall" aus der 'Celler Tabulatur' (1601)

Wie schön leuchtet der Morgenstern

Winfried Kleindopf spielt an der großen Orgel der Auenkirche Bearbeitungen des Chorals von Philipp Nicolai durch verschiedene Komponisten. Die Aufnahmen entstanden im Januar 2021.

Georg Philipp Telemann (1681–1767): "Wie schön leuchtet der Morgenstern"

Max Reger (1873-1916): Choralvorspiel "Wie schön leuchtet der Morgenstern" op. 67 Nr. 51 

Sigfrid Karg-Elert (1877–1933): Choralimprovisation "Wie schön leuchtet der Morgenstern" op. 65

Die letzte CD


Ende 2019 hat Winfried Kleindopf Werke von J.S. Bach, N. Bruhns, C. Debussy, G. Dupont, M. Dupré, S. Karg-Elert, F. Liszt, M. Reger und P. Whitlock eingespielt (Titel im Detail). Die Auswahl spannt einen programmatischen Bogen vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert und bietet damit einen Querschnitt der klanglichen Möglichkeiten der Auenorgel. Es ist die letzte große Aufnahme unserer Königin vor der Restaurierung.


Die CD ist zum Preis von 15 Euro am Büchertisch in der Kirche sowie im Gemeindebüro erhältlich. Der Verkaufserlös kommt der Orgelrestaurierung zugute.