BauBlog

An dieser Stelle berichten wir über den laufenden Fortschritt bei der Restaurierung der Auenorgel. Der Start­schuss ist im Juni 2021 mit der Vertragsunterzeichnung für den umfassenden Restaurierungsauftrag gefallen; im März 2022 haben die sichtbaren Bauarbeiten begonnen, die Orgel wurde komplett abgebaut und in der österreichischen Orgelbauwerkstatt Rieger restauriert. Am 27. Februar 2023 startete der Wiederauf- und -einbau des inzwischen überarbeiteten Instruments in der Auenkirche.

23. März 2023

Fotos 2–6 und 8: Kerstin Kerkmann

Eine weitere Woche später

Nach sechs Tagen erneut ein Foto­shooting im Orgelkasten. Wieder gibt es reichlich Fortschritte zu sehen: Das neu gezimmerte Auxiliar­werk hat inzwischen bewegliche Lamellen bekommen, der Stimm­gang ist mit einem Geländer gesichert und das Werk an die Wind­versorgung angeschlossen. Überhaupt: Die Orgel steht bereits unter Wind!

Als erste Pedal­pfeifen haben die roten Becher der Posaune 32' ihre Posten bezogen – wenn auch erst mal nur zur Probe, richtig im Stock stehen sie noch nicht. 

Auf dem Dach des Schwellwerks 2 ist ein neues Ständerwerk für die Röhrenglocken errichtet worden. Das vorherige war doch arg wackelig – und sowieso auf Schwellwerk 1 falsch platziert, denn das Positiv, dem die Röhren­glocken zuzurechnen sind, steht ja hier auf der vom Kirchen­raum aus gesehen linken Seite. 

Bei den Prospektwänden rechts und links außen sind die "Schieß­scharten" geschlossen. Das jedoch nur optisch, aber nicht klanglich: Denn anstelle der zuvor verbauten Sperrholz­platten sind die gold umrandeten Fensterchen nun mit gepanntem Stoff verblendet; beim Abbau fanden sich dort dankenswerter­weise noch Reste der Original­bespannung, nach der Repliken gefertigt werden konnten. Der Stoff lässt die zarten Klänge der Schwell­werke dahinter nun gut in den Kirchen­raum passieren, anstatt sie abzublocken. 

17. März 2023

Fotos: Kerstin Kerkmann

Vollständig

Als letztes findet die Windlade des "kleinen Pedals" wieder ihren Platz unterhalb des Schwellwerks 1. Oder in Ebenen gesprochen: "Erdgeschoss". Damit sind nun alle Teilwerke der Auenorgel grundinstalliert. 

16. März 2023

Fotos 3 und 6: Kerstin Kerkmann

Ganz oben ein Smart?

Von der Seite sieht es fast aus wie das Holzmodell eines Kleinwagens. Oder ein Tiny House. Oder eine Sauna. – Nichts von alledem stimmt. Ganz hinten, ganz oben in der Kirche entsteht das neue Auxiliarwerk. Es unterstützt die Auenorgel mit verloren gegangenen oder fehlenden Registern und vervollständigt so das spät­romantische Klangkonzept. 

Wer draußen vor der Kirche steht und das Glasmosaik über dem Portal bewundert, kann künftig wissen: Genau dahinter stehen die Pfeifen des Auxiliarwerks. Am Rundbogen ist das gut zu erkennen. Außen Christus als Welten­herrscher, innen romantische Königin. 

Es bleibt nicht so transparent, wie die Fotos es zeigen. Die "Fenster" werden noch mit Holz­lamellen verschlossen, die wie beim Schwell­werk 1 und 2 durch Öffnen und Schließen eine Fein­regulierung der Laut­särke erlauben. Probe­sitzen oder ‑liegen innen drinnen, wie der Fotograf es getan hat, ist auch nur noch möglich, bis die Pfeifen einziehen. 

Im Kirchenraum ist das alles nicht zu sehen, so geschickt ist die Konstruktion trotz knappen Platzes zwischen Wand und Prospekt eingepasst. 

16. März 2023

Frisch gebackener Orgelbauer

"Keine Sorge, ich komme wieder", sagte Tobias, als er letzte Woche das Rieger-Team in der Auenkirche verließ. Grund für die kurze Auszeit: In Wien stand die Abschlussprüfung nach drei Jahren Lehrzeit an. Zurück in Wilmersdorf, präsentiert er nicht ohne Stolz seinen Gesellenbrief. Herzlichen Glückwunsch, frisch gebackener Orgelbauer!

Nebenbei erwähnt: Tobias hat seine Prüfung mit Auszeichnung bestanden! Die österreichische Allgemeine Lehrabschluss­prüfungs­ordnung sagt in §9 (4): "Die Prüfung ist 'mit Auszeichnung bestanden', wenn wenigstens die Hälfte der Prüfungs­gegenstände mit der Note 'sehr gut' und die übrigen Prüfungs­gegenstände mit der Note 'gut' bewertet wurden, wobei auch alle Prüfungs­gegenstände der praktischen Prüfung mit der Note 'sehr gut' bewertet sein müssen." – Wow.

Wirklich wundern tut das eigentlich nicht. Tobias brennt sichtlich für seinen Beruf. Er setzt sich als Ausbildungs­botschafter für den Orgelbau ein und ist zuletzt erst durch seine besondere Handschrift aufgefallen ... 

15./16. März 2023

Die Hauptsache

Am Mittwochnachmittag hält die Windlade des großen Hauptwerks Einzug. Sie trägt später die allerwichtigsten und am häufigsten genutzten Pfeifen der Orgel. Anreise wie üblich über Kran, Hund und viele stützende Hände. 

Am Donnerstag­vormittag wird die Lade an ihrem alten Standort aufgeständert: in der "1. Etage" zwischen dem Schwellwerk 1 und der großen Pedallade (die freilich im "Erdgeschoss" steht). Bis zum Mittagessen bauen Timo und Georg noch einen Laufboden. Fertig. Guten Appetit!

Fotos 1 und 2: Kerstin Kerkmann

13. März 2023

Fundament

Heute ist die große Lade des Pedals installiert worden, das Klangfundament ihrer Majestät. Der Standort hat sich um 30 Zentimeter nach vorn verlagert, ist aber ansonsten wie zuvor. Der Grund: Ganz hinten an der Wand steht jetzt (bzw. künftig – bislang ist nur der Stock mit zugeklebten Löchern zu sehen) die Posaune 32' (ihre markanten roten Becher sind derzeit noch im Querschiff gestapelt). Der Blick von ganz oben auf dem Schwellwerk-2-Gehäuse über drei "Etagen" nach unten macht klar, das hier wirklich ganz lange Pfeifen Platz nehmen werden, die fette, tiefe Töne von sich geben. 

10. März 2023

Fotos 1–8: Kerstin Kerkmann

Ausgesprochen Positiv

Parallel zum kleinen Hauptwerk vor Schwellwerk 1 auf der rechten Orgelseite wird heute auf der linken Seite das Positiv vor Schwellwerk 2 montiert. Via Gerüst und Lastenkran hat es die schwere Windlade schon auf die Orgel­empore geschafft. In das Gehäuse fährt sie mit einem Hund. Die zwei Etagen, die sie im Inneren der Orgel nun noch nach oben muss, überwindet sie mit einem Flaschenzug. Dieser ist oben am Stützbalken der Prospekt­wand aufgehängt. Gut, dass Timo und Georg schwindel­frei sind! Sie wuchten die Lade schließlich, von unten gut abgestützt, an ihren Standort gleich hinter dem Prospekt.

Auf unserem Instagram-Kanal ist die ganze Reise der Positiv-Lade, die eine gute Dreiviertel­stunde gedauert hat, noch einmal in einem knapp sechsminütigen Film zu sehen.

10. März 2023

Fünf dicke Dinger

Fotos oben: Kerstin Kerkmann

Einige weitere Pfeifen haben Platz genommen. Die fünf Töne vom großen C bis zum großen E des Prinzipal 16' nehmen eine Ausnahmestellung ein. Sie sind nicht nur die tiefsten Töne eines der wichtigsten Registers der Auenorgel, sondern auch etwas stiefmütterlich im Orgelgehäuse platziert. Weil die Pfeifen so groß sind, lassen sie sich schwer dort "einreihen", wo sie eigentlich hingehören. Erst die 19 nächstkleineren Töne F bis h vom Prinzipal 16' stehen zentral im Prospekt. Das große E war in Vorzeiten auch mal eine Prospektpfeife, deshalb hat sie eine ganz andere Optik als ihre vier größeren Geschwister, wurde aber dann bei einem früheren Umbau nach innen verzogen. Die fünf "Dicken" waren zuletzt (vom Kirchenraum aus gesehen) vorn rechts außen nebeneinander platziert. Nun wohnen sie auf der gegenüber­liegenden Seite, ganz vorn links, und zwar hintereinander. 

8. März 2023

Nix freier Tag

Während die Kantorei den arbeitsfreien Internationalen Frauentag für eine Sonder­probe nutzt, wird an der Orgel fleißig weiter gearbeitet. Timo, Joonghae, Karl und Georg sind, jedenfalls arbeitsrechtlich, Österreicher, da zählt die Berliner Feiertags­regelung nicht. 

Vorne rechts (vom Kirchen­schiff aus gesehen) wurde die Windlade für das "kleine Hauptwerk" eingebaut. Es beherbergt wie zuvor die kleinsten Pfeifen des wichtigsten Teils der Auenorgel. Sein Standort liegt jedoch nun gut anderthalb bis zwei Meter höher als zuvor. So entsteht darunter mehr Platz, und die Bereiche sind später, etwa zum Stimmen, leichter zugänglich; vor allem aber können die zarten Klänge vom Schwellwerk 1 freier in den Kirchen­raum abstrahlen und sind dort, gerade in den feinen Nuancen, besser hörbar. 

7./8. März 2023

Schwellwerk 2

Nachdem der Hauptbalg platziert ist, entsteht nun darüber wieder das Schwellwerk 2. Am Dienstagmittag tragen die Stelzen bereits die Windladen, am Mittwoch­nachmittag ist das Gehäuse schon fertig gebaut.

Ganz hinten an der Wand sind sogar schon C, Cis und D vom Salicet 16' eingezogen – die ersten Pfeifen, die wieder ihr Zuhause gefunden haben. Alle übrigen unbewohnten Löcher sind zum Schutz vor Verunreinigungen während der Bauarbeiten noch abgeklebt.

Der Maestro, von der Chorproben­pause im Saal kurz zu Besuch herüber­gekommen, ist zufrieden.

4. März 2023

Fotos 1–5: Winfried Kleindopf

Nicht zu sehen, nicht zu hören

Und nun zum Wetter. Reichlich Wind ist zu erwarten. Aber voraussichtlich nicht zu hören. Denn der Gebläsemotor hat eine Schallisolierkammer bekommen, gut versteckt und von außen unsichtbar, wenn das Chorpodest normalerweise verschlossen ist. 

Der Hauptbalg ist inzwischen auch an seinem angestammten Stellplatz an der Nordwestecke der Orgelempore angekommen. Von hier aus tragen die mächtigen Windkanäle den Wind in alle Bereiche der großen Orgel. 

4. März 2023

Foto: Winfried Kleindopf

Baumhaus?

Äußerlich ist das Schwellwerk 1 schon fertig gezimmert. Sieht aus wie ein Spielparadies für Kinder, ist aber, akustisch betrachtet, ein "Rückzugsort" für 15 Register von Bordun 16' bis Harmonia aetheria 3-4fach sowie Englischhorn 16' und Trompete 8'. An der dunklen Holzfarbe lässt sich gut erkennen: Es ist tatsächlich das alte Schwellwerk, das hier spätestens seit den 1920er Jahren steht. 

2. März 2023

Luftnummer

Die Windversorgung ist ein wichtiger Punkt bei der Auenorgel. Der neue Gebläsemotor aus Italien ist bereits am neuen Standort unter dem Chorpodest (darüber stehen stets die Tenöre) eingebaut. Er zieht, das ist ebenfalls neu, Luft aus dem Orgelinneren, sprich bereits richtig temperiert für das Instrument. Ein Filtervlies schützt dabei Windkanäle, Bälge, Drossel­klappen und auch die Pfeifen vor Staub und Schmutz. Oberhalb des Ansaug­schachts wird in Kürze der große, sorgsam restaurierte Hauptbalg montiert, der derzeit noch im Kirchen­vorraum auf seinen Aufruf wartet.

1. März 2023

Doppelschweller

Der Aufbau der Auenorgel beginnt an der Nordost-Ecke. Hier entsteht wieder das Schwellwerk 1. Was auf den ersten Blick wie ein Hochbett anmutet, sind die beiden aufgeständerten Windladen des Werkes. Oben drauf werden später die Pfeifen stehen und von einem Gehäuse mit Vertikallamellen, den Schwellern, verkleidet sein. 

Neu ist der Doppelschweller an der Rückwand. – Er ist natürlich nicht neu, sondern war nur die letzten Jahrzehnte nicht mehr da und wird jetzt rekonstruiert. In diesen "Kasten im Kasten" innerhalb des Schwellwerks 1 werden die Register Vox humana 8', Klarinette 8' und der Echo-Bordun 8' einziehen und können hier in der Lautstärke zweifach, also besonders zurückhaltend und zart, geregelt werden.

Schönes Detail: Der junge Orgelbauer, der sich liebevoll darum kümmert, hat eigens die alte Sütterlinschrift erlernt, um die Register­reihen originalgetreu beschriften zu können. 

1. März 2023

Werkstatt auf Zeit

Die Orgelempore hat sich inzwischen in ein mobile Schreiner­werkstatt verwandelt. Gut, dass hier ausreichend Platz ist – für große Kantorei oder eben große Gerätschaften, die man benötigt, um ein großes Instrument aufzubauen. 

27. Februar 2023

Fotos: Kerstin Kerkmann (1-4, 6, 9), Winfried Kleindopf (5)

Alles aussteigen, bitte

Das  Ausladen beginnt. Das fünfköpfige Werkstattteam wird dabei von einer Gruppe kräftiger Gemeindemitglieder unterstützt. Während leichte und mittelschwere Teile von Hand ihren Weg aus dem LKW finden, kommt bei den schweren Elementen der Hubwagen zum Einsatz. In die Kirche geht's dann entweder zu Fuß weiter oder mit dem "Hund" (wie man in Berlin zum Transport- oder Möbelroller sagt). Auf diese Weise wandern nach und nach Windladen, schon mal einige wenige Pfeifen und jede Menge Konstruktions­elemente der Auenorgel ins Kircheninnere. 

Die Neugier ist groß: Wofür ist dieses Ding, wo gehört jenes hin? An der Farbe des Holzes kann man immerhin erneuerte Bauteile leicht erkennen. Auch gut zu identifizieren: Die dunklen gigantischen Holzpfeifen – das sind die tiefsten Töne C bis H vom Register Untersatz 32', voll fette Bässe!

Und das gigantische Teil, die sich nur mithilfe von Gabel­stapler und zahlreichen Händen heraushieven lässt, weil es so schwer ist? Das ist die Windlade des großen Hauptwerks, also wirklich ein Kernstück der Auenorgel. Sie bekommt eine eigene Fotoserie vom Aussteigen … 

Am Schluss ist der LKW leer und die Kirche voll. Mit einer Königin in tauend Einzelteilen – das ist momentan alles andere als romantisch. Doch die heutige Aktion war nur der erste Streich. Ein weiterer Transporter aus Österreich wird noch folgen.

Einstweilen kann hier in Wilmersdorf der Aufbau schon mal beginnen. Bericht folgt. 

27. Februar 2023

Foto 2/3: Winfried Kleindopf

Sie kommt!

Morgens um dreiviertel neun, als noch Raureif auf der Straße liegt, ist es so weit. Der LKW aus Österreich ist da! Das befürchtete Problem mit geparkten Autos ist beherrschbar. Zu eng ist es trotzdem in der Wilhelmsaue – der Sattelschlepper muss über den Mittelstreifen rangiert werden, um rückwärts vor dem seitlichen Eingang der Kirche zum Stehen zu kommen. Dort kann über die Rampe stufenfrei ausgeladen werden. 

23. Februar 2023

Halteverbot

Bitte am Montag nicht vor der Kirche parken! Der Sattelschlepper, der die Auenorgel aus der österreichischen Werkstatt zurück nach Hause bringt, ist ein riesiger LKW, der nicht in die Wilhelmsaue einfahren könnte, wenn dort wie sonst immer rechts und links Autos abgestellt sind. Für die Anlieferung am 27. Februar ist extra eine Halteverbots­zone eingerichtet worden. Wir bitten um Verständnis. Und um Beachtung des Halteverbots ab Montag früh – sonst müsste erst abgeschleppt werden, bevor die Orgel heim findet. Danke.

3

ist erreicht.

22. Februar 2023

Foto 1: Winfried Kleindopf

Alles bereit

Nach fast einem Jahr Pause steht wieder ein Gerüst im Kirchenschiff, damit unsere Orgel – Stück für Stück versteht sich – auf die Orgelempore zurück schweben kann. Nächste Woche soll es endlich losgehen. 

Denn die Restaurierungsarbeiten in der Orgelbauwerkstatt Rieger sind beendet. Haken dran an Meilenstein Nr. 3. Die Auenorgel wartet auf ihre Rückseite nach Wilmersdorf. 

Das Gerüst in der Kirche hat den Vorteil, dass es die freie Sicht auf den leeren Prospekt nun etwas mindert. An den beklagenswerten Anblick konnten wir uns die ganze Zeit lang einfach nicht gewöhnen.

Dahinter hat sich aber schon was getan: Alte Rohre und Stromkabel wurden entfernt, Putzstellen ausgebessert und der marode Holzfußboden in der Mitte erneuert. Nur für einen neuen Anstrich der Rückwand hat es nicht gereicht. Macht aber nichts: Wenn unsere romanstische Königin erstmal wieder Platz genommen hat, wird von den Spuren der Vergangenheit an der Wand nichts mehr zu sehen sein. 

19. Februar 2023

Fotos: Kristin Lohan

Orgel in der Orgel

Solange die Empore noch leer ist, nutzen wir die Gelegenheit, um noch einmal einen Orgelbau-Workshop zu veranstalten. Und zwar genau dort, hinter dem Prospekt, also quasi in der Orgel. Der von der Landeskirche geliehene Bausatz verdeutlicht das Funktionsprinzip des Instruments sehr anschaulich und bereitet Kindern wie Erwachsenen Freude beim Zusammensetzen. Nach einer unterhaltsamen Stunde erklingt die kleine Miniorgel dort, wo sonst die gewaltigen Klänge der Auenorgel Raum greifen. Ein eindrückliches Erlebnis!

31. Oktober 2022

Foto 2: Kerstin Kerkmann

Leider leer zum Jubiläum

Happy Birthday! Vor ganz genau 125 Jahren, am Reformationstag 1897, hatte die Auenorgel ihren ersten Auftritt: Beim Gottes­dienst zur Einweihung der neu gebauten "Evangelischen Kirche in Deutsch-Wilmersdorf" begleitete sie den Gemeinde­gesang zu "Ein feste Burg ist unser Gott" und weiteren Chorälen.

Ausgerechnet zum Jubiläum steht das Orgel­gehäuse nun "nackt" in der Kirche. So viel Platz war noch nie hier hinten. Der Anblick des vorüber­gehend leeren Prospekts schmerzt ein wenig. Aber es tröstet die Aussicht auf ein denkmal­gerecht restauriertes Instrument im nächsten Jahr. 

29. September 2022

Fotos: Kerstin Kerkmann (1, 3), Kristina Westerhoff (2)

Theorie und Praxis

Es war ein Arbeitsbesuch in Österreich: Neben der Werksbesichtigung tauschten die Experten gleich planerische Details für den neuen Spieltisch der Auenorgel aus. Die Register­schalter beispielsweise werden aus Milch­proteinen gefertigt! Aber was wo anordnen, so dass alles gut und griffbereit platziert ist? Da gerade eine ähnliche Orgel bei Rieger in Arbeit ist, konnte der Kantor dort gleich mal probesitzen ... 

29. September 2022

Fotos: Kerstin Kerkmann

Zu Besuch in Österreich

Fast sechs Monate nach dem Auszug aus der Auen­kirche endlich ein Wiedersehen mit unserer königlichen Orgel: Eine Expertengruppe aus der Heimatgemeinde besucht die Königin in der Orgelbau­werkstatt Rieger. Die Restaurierungs­arbeiten sind dort inzwischen gut voran­gekommen. Die Bilder­auswahl zeigt ein paar Details. 

So sind die Pfeifen des Salizet 16' aus Schwell­werk 2 um einige Zentimeter verlängert worden, um ihren Klang nach historischer Vorlage zu korrigieren. Der Hauptbalg ist neu beledert und außen mit Papier abgedichtet. Für das neue Auxiliar­werk ist das Gehäuse bereits gezimmert – samt extra dicker Schwell­klappen, die die Lautstärke von ganz leise bis laut gut regulierbar machen. Die elektrischen Relais­schalter sind erneuert: jetzt ohne gefährliche Kabel am Holz ... Die große Windlade des Hauptwerks ist überarbeitet. Und alle Pfeifen werden Stück für Stück nachintoniert: eine Sisiphus­arbeit. Hinten sind die großen roten Holz­becher der Posaune 32' gut zu erkennen. Nur die Principale des Prospekts müssen noch warten, bis auch sie endlich an der Reihe sind. 

18. September 2022

Fotos/Film: Kerstin Kerkmann

Wir bauen eine Miniorgel

Die große Auenorgel ist vorübergehend nicht da – da schaffen wir doch mal eben Ersatz. Zum Aktionstag im September treffen sich interessierte Kinder und Erwachsene in der Kirche, um selbst eine Pfeifenorgel zu bauen. Eine richtig echte, mit allem Drum und Dran, nur im Kleinformat! 

Den Bausatz stellt die Landeskirche leihweise zur Verfügung. Und schon geht's los. Aus dem Tausend-Teile-Puzzle auf dem Tisch entsteht tatsächlich Stück für Stück eine Miniorgel. Windbalg, Gestell, Windlade, Pfeifen, Tasten: Es ist alles dran, was eine Orgel braucht. Zum Beweis darf jeder mal die Tasten testen. Und siehe da: Sie spielt! – Doch wenn der Kantor die Orgel bedient, klingt's einfach am besten.

Große und Kleine haben Spaß an der Sache und ein tolles Erfolgserlebnis. Und auf spielerische Weise gelernt, wie eine Pfeifenorgel funktioniert.

8. Juli 2022

Werkstattarbeit

Neue Bilder erlauben einen weiteren Blick in die Orgelbau­werkstatt. Seit Wochen wird dort intensiv an der Auenorgel gearbeitet, und es gibt sichtbare Fortschritte. 

Holzbau: Auf dem kleinen Foto oben links wird ein Schwellwerks­gehäuse aufgearbeitet, indem zunächst der alte Lack entfernt wird. Im Bild darunter ist eine historische Wind­lade bereits mit neuen Bauteilen ergänzt; die Kombination alter und neuer Holz­elemente ist gut erkennbar. Unten wird ein Schwell­werk neu bzw. rekonstruiert und dazu in der Werks­halle als Ganzes aufgebaut. Je nach offener (wie im Bild) oder geschlossener Stellung der Lamellen dringt später wieder viel oder wenig Klang heraus – das ganze Gehäuse ist gewisser­maßen ein Lautstärke­regler für die darin befindlichen Pfeifen. 

Elektrik: Aufgrund aktueller Sicherheits­bestimmungen und Brandschutz­normen müssen stromführende Leitungen zum Teil neu gefasst werden. Hier werden Relais, die einzelne Ventile ansteuern, neu verlötet.

28. Juni 2022

Grüße aus Vorarlberg

Uns erreichen königliche Grüße aus dem österreichischen Schwarzach. Unsere Orgel fühlt sich augenscheinlich wohl in den Ferien. Man kümmert sich liebevoll um die edle Dame und frischt sie hübsch auf ...

Im großen Bild ist einer der Ausgleichsbälge der Auenorgel zu sehen. Wie ein Stoßfänger beim Auto soll er Schwankungen im Luftdruck des Windes ausgleichen. Dieser hier wurde bereits neu beledert, das Holz behandelt und neue Federn montiert. 

Bild 2 zeigt eine geöffnete Windlade. Sie wird gereinigt und neu justiert. Später stehen hier dann wieder Pfeifen drauf.

Auf Bild 3 – nein, es handelt sich nicht um Cocktail-Spießchen! – lässt sich verfolgen, wie Ventile neu befilzt, beledert und gerichtet werden. (Die Ventile öffnen und schließen den Luft­strom in eine einzelne Pfeife und lassen diese damit entweder klingen oder schweigen.) Auch hier: Fleißarbeit angesichts der schieren Menge von Pfeifen in der Auenorgel.

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ist erreicht.

9. April 2022

Team Königin

Drei Wochen waren Corinna, Joonghae, Timo, Tobias und Karl (v.l.n.r.) bei uns in Wilmersdorf, jetzt geht's zurück in die österreichische Heimat. Gleich früh morgens um sieben Uhr irgendwas rollt der Zug. 

Schwer geschafft haben Sie hier. Man konnte deutlich sehen, dass der Job mit unserer romantischen Königin nicht zuletzt auch körperlich herausfordernd war. Doch das Team ging stets zielstrebig und flott zur Sache, und jederzeit war gute Laune zu spüren. – Liebe Leute, herzlichen Dank für euren Einsatz! Es war uns eine große Freude, euch zu Gast zu haben.

Der erste Teil der Arbeit ist erledigt: Die Auenorgel ist komplett zerlegt, verpackt und abtransportiert. Meilenstein Nr. 2 des Restaurierungs­fahrplans bekommt ein Häkchen. 

8. April 2022

Fotos: Winfried Kleindopf (1-5), Kristina Westerhoff (6)

Bye-bye!

Noch einmal Großalarm in der Wilhelmsaue vor der Kirche. Mit der zweiten LKW-Fuhre gehen alle verbliebenen  Orgelteile, die unter den Emporen zwischenlagern, auf die Reise. "Gehen" ist stark untertrieben: Es braucht viele kräftige Hände und die Mitwirkung eines Gabelstaplers, um die zum Teil extrem schweren Elemente einzuladen – allein der große Hauptwindbalg hat bestimmt 100 Kilo. Eine gute Handvoll Ehrenamtlicher aus der Gemeinde hilft ebenfalls mit. 

Gegen 16:30 Uhr ist alles drin, wieder voll von Anfang bis Ende der Ladefläche. Bye-bye und gute Fahrt nach Österreich! 

Zum Schluss noch einmal durchsaugen. Fertig.

7. April 2022

Fotos: Winfried Kleindopf

Besenrein

Am Donnerstagmittag ist es vollbracht. Alle noch verbliebenen Teile sind verpackt und verladebereit. Die Orgel ist weg, die Empore leer. Hinter der hölzernen Prospektwand tut sich plötzlich ein riesiger freier Raum auf. So viel Platz ist hier allenfalls mal vor 125 Jahren beim Bau der Kirche gewesen. 

1. April 2022

Die erste Fuhre

Diesmal hat es geklappt mit dem LKW. Das Parkverbot in der Wilhelmsaue war ordnungs­gemäß eingerichtet – und musste früh morgens doch erst mal mit Polizei und Abschlepp­wagen durchgesetzt werden, bevor der Sattel­schlepper endlich vorfahren konnte. 

Nun konnten die seit anderthalb Wochen Stück für Stück eingepackten Pfeifen und sonstigen Teile der Auen­orgel einsteigen. Immer der Reihe nach, nur nicht drängeln, bitte. Alles hat seine Ordnung. Als endlich alles geladen ist, ist schon Nachmittag. Gute Fahrt! – Unsere Königin ist dann mal weg.

Wenn auch noch nicht so ganz. Etliche dicke Pedalpfeifen, Wind­laden, Pfeifen­stöcke und sonstige Teile lagern noch in der Kirche. In einer Woche startet eine weitere Fuhre, wieder mit großem LKW, nach Österreich.

1. April 2022

Auf Heu und auf Stroh

Man könnte es das Allerheiligste nennen. Unter allen Orgel­pfeifen sind die im Prospekt die besten, die schönsten, die wichtigsten. Mit ihren vergoldeten Labien sind sie das Gesicht der Auenorgel. Auch die Prospekt­pfeifen müssen nun in die Werkstatt. Die kleineren – keine ist wirklich klein, alle sind mindestens mannshoch! – reisen sorgsam in Kisten verpackt. Sie warten schon einige Tage auf die Abfahrt.

Die größeren aber sind zu groß zum Einpacken, so riesige Kisten gibt es einfach nicht. Die neun Pfeifen F bis cis des Principal 16' sind einzeln mit Cellophan umwickelt und haben die letzte Nacht in den gesperrten Bank­reihen in der Kirche verbracht. Nun geht's ab in den LKW. Man reist Luxusklasse: Ganz oben auf den übereinander gestapelten Kisten, kurz unter dem Dach wie im Alkoven eines Caravans, werden sie königlich gebettet. Auf Heu und auf Stroh. Schön vorsichtig, dass ihnen auch ja nichts passiert. 

Zugegeben: Nicht Heu und Stroh ist das Material, mit dem das Bett gepolstert ist, sondern Holzwolle. Wie auch innen in den Kisten. Gefühlt in der ganzen Kirche sind inzwischen Spuren davon zu finden; man muss unweigerlich an ein weihnachtliches Krippen­spiel denken ... 

29. März 2022

Fotos: Kerstin Kerkmann

Der schwebende Tisch

Heute auf dem Programm: Ein Orgel-Spieltisch fliegt durch die Kirche! Die Aktion ist generalstabsmäßig geplant. Nachdem das Podest, auf dem der Spieltisch normalerweise steht, das Pedal und die rückwärtige Verkleidung entfernt sind, wiegt die Kommandozentrale der Auenorgel immer noch gut 400 Kilo. Und wie die Bilder zeigen, kann das gute Stück dennoch mühelos schweben ... Das Podest schwebt einzeln hinterher.

Die Wegstrecke von oben nach unten kennen die Orgelbauer aus Österreich inzwischen aus dem Effeff. Denn die Fläche unter der östlichen Seitenempore ist bereits nahezu voll belegt mit unzähligen Pfeifen und Orgelteilen, die zuvor schon mit dem Lastenkran von der Mittelempore hinunter gereist sind. 

Die heutige Operation wird von Kantor und Pfarrerin mit einer Mischung aus Sorge und Bewunderung verfolgt. Und mit der Handykamera, versteht sich. Am Ende siegt die Bewunderung für das Team der Orgelbauer: "Ihr seid toll", kommentiert Pfarrerin Westerhoff die Aktion, als der Spieltisch schließlich an seinem Zwischenstandort im westlichen Querschiff angekommen ist. Kantor Kleindopf komplettiert ihn noch mit dem zugehörigen Notenpult. 

25. März 2022

Einmal zum Mitnehmen, bitte

Register für Register werden die Pfeifen der Auenorgel abgebaut und in riesigen Kisten verpackt. Deren äußere Papphülle ist mehrfach verstärkt, aber die eigentliche Last tragen außen zusätzlich angebrachte Holzleisten. Innen dienen Styropor, Holzwolle und Vlies als Polstermaterial.

Bemerkenswert, wie sorgsam das Rieger-Team mit den Pfeifen umgeht! Es erinnert ein wenig an die Porzellan-Abteilung im KaDeWe, wo beim Einpacken zwischen jedem Teller stets eine Lage Papier die zerbrechliche Ware schützt ...

Eingepackt wird gleich an Ort und Stelle, auf der Orgelempore. Von hier aus schweben die reisefertigen Kisten per Lastenkran nach unten. Im Querschiff warten die Orgelteile auf die Weiterreise. Abfahrt nach Österreich in circa einer Woche. 

Gut, dass alle Kisten sorgfältig beschriftet sind. Das ist nicht zuletzt aufgrund der schieren Menge an Pfeifen wichtig, um später alles wiederzufinden und richtig zuordnen zu können. Denn die Auenorgel ist nicht nur ein großartiges Musik­instrument, sondern auch ein Puzzle mit 10.000 Teilen! 

24. März 2022

Zahnlücken

Drei Tage nach Beginn der Abbauarbeiten lässt die Auen­orgel schon deutliche "Zahnlücken" erkennen. Die Pfeifen des Hauptwerks sind bereits ausgebaut und lagern, gepolstert verpackt in großen Kisten, im Kirchenraum. Auch das Schwellwerk 2 ist bereits ordentlich "geräubert". Anders als zunächst geplant, gehen die Prospektpfeifen ebenfalls mit in die Werkstatt.

Der Staub der Jahrhunderte bleibt allerdings hier. Alles wird vor dem Einpacken ordentlich abgesaugt ... 

Im Orgelinneren ergeben sich plötzlich ganz neue Bilder, vor allem wenn man von hier aus ins Kirchenschiff blickt.  Insgesamt lässt sich sagen: Die Orgelempore, nein, eigentlich die ganze Auenkirche ist momentan schlichtweg Baustelle!

21. März 2022

Ganz viel Verpackung

Das Ausräumen der Orgel beginnt ... erstmal mit Einräumen! Montag früh um 9 Uhr startet der 17 Meter lange Sattelschlepper in Österreich und erreicht Berlin am Nachmittag. Geladen hat er unendlich viel Kisten, Pappen, Styropor und Holzwolle: eigens angefertigte Verpackungs­materialien, um alle Orgelteile sorgsam lagern und transportieren zu können. 

Weiter als bis zur Uhlandstraße geht es allerdings nicht. Der Brummi ist zu dick, um überhaupt in die Wilhelmsaue einbiegen zu können. Und nun? Kurzerhand wird zusätzlich ein 3,5-Tonner gemietet: Hier hinein müssen die Einzelteile umgeladen werden, um schließlich die restliche kurze Strecke bis zur Kirche zurückzulegen. 

Das fünfköpfige Team von Orgelbau Rieger ist offensichtlich gut eingespielt; ruck-zuck steht das Material im Kirchenschiff, dann geht's wieder zur Uhlandstraße zur nächsten Tendertour. Als alles erledigt ist, ist es draußen längst dunkel geworden. 

Die nächsten drei Wochen wird die Truppe nun in Wilmersdorf verbringen und in dieser Zeit die Auenorgel in alle Einzelteile zerlegen und transportsicher einpacken. Fürs anschließende Einladen werden übrigens helfende Hände gesucht. Dann soll der LKW aber (statt parkender PKW wie sonst immer) unmittelbar vor der Kirche stehen. 

17. März 2022

Hinter Gittern

Im Kirchenschiff wächst ein Gerüst in die Höhe – warum ist die Orgel jetzt nur noch durch Gitter zu sehen? Es handelt sich um vorbereitende Arbeiten für den Abbau der Auenorgel. Das Gerüst dient lediglich als Aktionsfläche für den Kran, mit dem die Teile der Orgel später von der Empore herabgelassen werden. Die vielen kleinen Orgelpfeifchen würden natürlich auch durchs Treppenhaus passen, nicht jedoch die großen Pedalpfeifen und schon gar nicht der Spieltisch. 

Bis der Abbau in vier Tagen startet, könnte der Kantor nun also auch auf "direktem Weg" seinen sonntäglichen Arbeitsplatz erreichen. Muss er aber nicht – er passt ebenfalls bequem durchs Treppenhaus ...!

↑  Der Abbau startet.  ↑

13. März 2022

Foto: Kerstin Kerkmann

Abschiedskonzert

Großes Finale vor der großen Restaurierung: Am Sonntagnachmittag, den 13. März gibt die Auenorgel ihr letztes Konzert mit "letzten Werken" verschiedener Komponisten. Na ja, in Wirklichkeit musiziert natürlich der Kirchenmusiker Winfried Kleindopf, und ganz bestimmt nicht sein Abschiedskonzert. Aber die Kombination von Künstler und Königin ist hier zum letzten Mal zu hören. Gut 130 Zuhörerinnen und Zuhörer füllen das Kirchenschiff (mit dem gebotenen Corona-Abstand) so gut, dass zusätzlich Stühle zum Sitzen dazugestellt werden müssen. 

Adé, liebe Auenorgel, wir werden deine zauberhaften Klänge vermissen. Aber wir freuen uns schon aufs Wiederhören in anderthalb Jahren, dann klingt's sicher noch zauberhafter.

27. Februar 2022

Faschings-Gig mit Toccata

Alle 143 Takte von Bachs Toccata und Fuge d-Moll haben Sponsoren gefunden: Bei einem Gläschen Sekt können zahlreiche Orgelfreunde dem berühmten Stück nach dem Gottesdienst vollständig lauschen. Und weil sogar mehr gespendet worden war, spielt Winfried Kleindopf als Bonus noch "Jesu meine Freude". – Herzlichen Dank allen Beteiligten fürs Mitmachen bei dieser augenzwinkernden Aktion.

Der Gig am Sonntag vor Fasching ist Teil eines Abschieds auf Raten. Nur noch drei Sonntags­gottesdienste und ein letztes Konzert, dann beginnt die stille Zeit der Restaurierung der Auenorgel ...

26. Januar 2022

Detailplanung

Im Orgelbauunternehmen Rieger hat Timo Allgäuer die Leitung des "Projektes Auenorgel" übernommen. Ende Januar ist er für einige Tage in Wilmersdorf, um bauliche Details aufzunehmen und den Abbau der Orgel zeitlich und logistisch zu planen. 

So wird beispielsweise festgelegt, dass für den Abtransport ein Gerüst mit Kran errichtet wird, um alle Orgelteile sicher von der Empore herunterbringen zu können. Als erstes dürfte dann wohl der voluminöse, gut 500 Kilo schwere Spieltisch durch das Kirchenschiff schweben und so Platz zum Sortieren und Verpacken aller Pfeifen schaffen. 

30. Dezember 2021

Von Mainz lernen

Wie der Spieltisch der Auenorgel künftig genau ausehen wird, ist aktuell noch unklar. In ihm muss eine Vielzahl von Funktionen ergonomisch günstig und zugleich intuitiv bedienbar untergebracht werden – eine Herkulesaufgabe!

In Mainz, Wien und Göteborg hat Rieger Orgelbau dieses Kunststück im Jahr 2021 gleich dreimal vollbracht. Bei einer Erkundung im Mainzer Dom konnte sich Winfried Kleindopf davon überzeugen, auch was Verarbeitung und Materialien betrifft: Das große Foto zeigt die einzeln CAD-konstruierten Registerwippen aus Elfenbein imitierendem Kunststoff auf Milch­eiweiß­basis sowie rechts ein ausziehbares Tablett, über das sich Zusatz­funktionen wie z.B. Setzer softwaremäßig steuern lassen. 

Kleindopfs Fazit seines Besuchs vor Ort: "Wenn der Spieltisch bei uns auch nur annähernd so gut wird, dann können wir uns sehr glücklich schätzen."

20. Dezember 2021

Weihnachts­wunsch

"Rettet unsere Orgeln!" – Mit diesem Aufruf verknüpft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den vierseitigen Beitrag in der Dezemberausgabe ihres Magazins Monumente. Text und zahlreiche Bilder dokumentieren, wo historische Orgeln dringend Hilfe benötigen. Unter anderem in der Auenkirche: "Die 'romantische Königin' ist wunderschön, der klangliche Zustand des Denkmals jedoch tragisch", heißt es da. 

10. Dezember 2021

Kinder­film­vorführung

Im digitalen Adventskalender für die Kinder im Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf stellt Kerstin Kerkmann die Orgel in der Auenkirche vor. Nachdem das Funktionsprinzip einer Orgel schon eine Woche zuvor erklärt wurde, geht's hier um die Besonderheiten der Auenorgel: Was rauscht denn da so? Wie groß ist eine Pfeife im Vergleich zu einem Geldstück? Und was sieht man, wenn man durch die Orgel hindurch guckt? 

12. September 2021

Fotos: Kerstin Kerkmann

Tag der Orgel

Beim Tag des offenen Denkmals – jedes Jahr am zweiten September­wochenende – stand diesmal die historische Orgel im Mittel­punkt. Kantor Winfried Kleindopf konnte eine große Besucher­gruppe für das außer­gewöhnliche Instrument in der Auenkirche interessieren. Er erklärte Aufbau, Funktions­weise und Besonderheiten und lud natürlich auch zu einem Blick "hinter die Kulissen" in das Innere der Orgel ein. 

Bei der Familien­führung konnten sich dann auch die jüngsten Besucherinnen altersgerecht mit der Auenorgel bekannt machen. Und das Beste: Sie durften sie auch selber an den Tasten ausprobieren!

24. Juni 2021

Vertrags­unterzeichnung

Im Rahmen eines Pressegesprächs unterzeichneten Orgel­bau­meister Wendelin Eberle, Inhaber der ausführenden Rieger-Orgelbau GmbH, und Kristina Westerhoff, geschäfts­führende Pfarrerin der Auenkirche, den ausverhandelten Bauvertrag für die Restaurierung der Orgel. Der Startschuss für die Realisierungs­phase ist gegeben.

Zahlreiche Vertreter lokaler Medien wohnten der Zeremonie in der Auen­kirche bei und ließen sich über das umfangreiche Bau­vorhaben unterrichten. "Der Tagesspiegel" berichtete gleich am Folgetag in seinem "Leute"-Newsletter.