Erleben

Erleben Sie die Auenorgel mit allen Sinnen! Klar, als erstes geht es ums Hören. Auch das Auge genießt den wunderschönen Prospekt mit seinen goldfarbenen Akzenten. Aber am besten ist doch das Live-Erlebnis vor Ort in der Auenkirche.

Wussten Sie übrigens, dass man die Orgel auch fühlen kann? Die überwältigende Klangfülle spürt man ins­besondere bei tiefen Tönen im ganzen Körper, und manchmal vibrieren sogar die Kirchenbänke!

Immaterielles Kulturerbe


Die Orgel ist ein faszinierendes Gesamtkunstwerk aus Architektur, Technik und Klang. Erfunden wurde sie vor mehr als 2.000 Jahren im hellenistischen Ägypten und gelangte über Byzanz ins Frankenreich, wo sie seit der Karolingischen Renaissance als Kulturgut bis in die Gegenwart weiter entwickelt und gepflegt wird. Das geht über das bloße "Gerät" weit hinaus. Im Orgelbau verbindet sich traditionelles Handwerk mit innovativer Technik. Beide Elemente bestimmen auch die Orgelmusik: Komponisten haben die stilistischen Merkmale ihrer Epoche jeweils auf das Instrument angepasst. Doch bei aller Ausarbeitung des Notentextes war und ist auch das Improvisieren stets ein Merkmal des Orgelspielens.


Besonders vielgestaltig ist die Situation in unserem Land, wo seit dem Barock regional differenzierte Orgellandschaften in Nord-, Mittel- und Süddeutschland gewachsen sind. Heute zeigt sich die besonders reiche und lebendige Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik mit bundesweit 50.000 Orgeln, 400 handwerklichen Orgelbaubetrieben sowie 3.500 haupt­amtlichen und Zehntausenden ehrenamtlichen Organisten. Orgeln sind eine Kulturform mit hoher Kunstfertigkeit, die in Deutschland eine wichtige Basis hat und in lebendiger Weise weitergegeben wird.

Seit 2014 sind Orgelbau und Orgelmusik in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Aber ihre Bedeutung geht weit über Deutschland und Europa hinaus. Sie hat Weltgeltung. Im Dezember 2017 hat die UNESCO Orgelbau und Orgelmusik als immaterielles Kultur­erbe der Menschheit anerkannt und auf die so genannte Repräsentative Liste gesetzt. Das verpflichtet die Vertrags­staaten der UNESCO, diese Kulturform auf ihrem jeweiligen Staats­gebiet zu erhalten, zu pflegen und zu fördern.

Orgelschätze aus Spätgotik, Barock und Moderne in Rysum, Görlitz und Marburg

Fotos: Matthias Süßen, Erwin Meier, Gerold Rosenberg